Trauerbegleitung: Zurück ins Licht des Lebens

Trauerbegleitung auf dem Weg durch die Dunkelheit

Wenn da einer vorausgeht auf die andere Seite des Weges – wo immer das sein mag – so ist das ein Abschied, ein Verlust und auch ein Schmerz, denn es bedarf der Mühe und Anstrengung zu akzeptieren, dass sich da etwas verwandelt hat, dass etwas abgerissen ist aus meinem Leben, etwas, das ich wiederfinden und einordnen muss in meine eigene Lebensgeschichte, dem ich einen Platz zuweisen und es verankern muss in meiner Erinnerung. Ich suche all die Stationen noch einmal auf, die ich gemeinsam mit dem oder der Verstorbenen gegangen bin, suche die Begegnungen und gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen in der Erinnerung und im eigenen Herzen: die Höhen und Tiefen, die wir miteinander durchlebt haben, die Freude und das Leid, das wir geteilt haben, das Verbindende und auch das Trennende. Diesen Prozess nennen die Menschen Trauern.   
In den Zeiten der Trauer sind Menschen häufig Zweifelnde und Verzweifelnde, Verlorene und Suchende, Verlassene und Einsame. Trauer ist wichtig, notwendig und wertvoll – und sehr, sehr schwer! Und sie braucht Zeit. Der Weg durch die Trauer ist manchmal auch einsam.  Man muss ihn gehen! 
Die Erinnerung findet das Verlorene und fügt die Fäden wieder aneinander, die abgerissen waren.
Man muss das Land der Vergangenheit erwandern,hin und her, bis der Gang über die Brücke auf einen neuen Weg führt.“ (Jörg Zink)
Dazu ist sie da, die Trauer, in der viele Tränen geweint und ein ganzer Pool von widersprüchlichsten Gefühlen durchlebt werden will. 
Alle Gefühle haben ihre Berechtigung, wollen gefühlt und willkommen sein – die dunkleren brauchen einen besonders großen Resonanzkasten – wenn sie verdrängt und verleugnet werden, so bereiten sie Kopfschmerzen oder Magengeschwüre  oder Rückenbeschwerden.
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Die Not der Pflegenden

Das bewegt mich:

Es war im Jahr 1989, als ich von einem Seniorenheim – es war ein wirklich gutes Haus mit erstklassigem Ruf – als Pflegedienstleiterin angeworben wurde. Eigentlich kam ich aus der Krankenpflege. Es war mir aber eine Ehre, dass ich gerufen wurde und es war gut.

Dies fiel mir auf – noch intensiver und erschütternder als in der Krankenpflege:   Ich vermisste bei den meisten Pflegekräften jene Art von Esprit, die jede Arbeit zu einer persönlichen Erfüllung werden lässt. Meine Mitarbeiterinnen litten offensichtlich unter manchen politisch wenig realitätsbezogenen Rahmenbedingungen, die es ihnen erschwerten, ihre Arbeit so zu verrichten, wie sie es in einer anspruchsvollen Ausbildung gelernt hatten und wie es erforderlich und passend gewesen wäre.  

Wir könnten es ändern!

Flashmob:   Pflege in Not!

Die Altenpflegerinnen arbeiteten fleißig, gewissenhaft und sorgfältig, hatten das Herz auf dem richtigen Fleck und waren über die Maßen einsatzbereit und willig. Gleichzeitig zeigten viele von ihnen deutliche Zeichen der Überforderung, der Hoffnungslosigkeit oder gar des Burnouts. Was mich nicht wirklich wunderte. Vieles war bereits damals „in der Pflege“ nicht in Ordnung. Man sprach vom Pflegenotstand, von einem dringend nötigen Paradigmenwechsel hin zum ganzheitlichen Pflegeverständnis… Inzwischen sind etwa 28 Jahre vergangen!  Die Situation der Pflege in Kliniken und Einrichtungen der Altenhilfe hat sich dramatisch verschärft, trotz oder vielleicht auch mit Hilfe des Pflegeversicherungsgesetzes, das zum 1.Januar 1995 (SGB XI) in Kraft trat, trotz vielfältiger Maßnahmen zur Qualitätssicherung, trotz Zertifizierungen und trotz des ständigen Druckes von MDK, Aufsichtsbehörden und Qualitätsprüfern, trotz unendlicher Mühe bei übergroßer Zeitnot auch noch den unbedingt erforderlichen Dokumentationspflichten nachzukommen.

Man weiß das. Man redet darüber. Man will es ändern. Ich bin in den vergangenen Jahren seit damals manchmal fast verzweifelt, weil ich zuschauen muss, wie ein überaus wichtiger Berufszweig immer tiefer ins Abseits, in die Resignation und damit in eine Starre gerät – und wie parallel dazu das Leid von Patienten wegen mangelhafter Pflege sich ständig vergrößert. In jedem meiner Handouts (Seminarunterlagen) bei Pflegeseminaren bringe ich den Satz unter: „Wer heute ins Krankenhaus muss oder in einer Einrichtung der Altenpflege untergebracht wird und der sich nicht mehr selbst verständigen kann und der niemanden hat, der für ihn spricht, der ist verraten und verkauft!“

Wir leben in einem der reichsten Staaten auf unserem Planeten!

Selbst die Pflegestärkungsgesetze (PSG I ab 01.01.2015, PSG II und III ab Januar 2017) ändern die Not der Pflegenden nicht, selbst wenn sie für die Pflegebedürftigen einen angemesseneren Leistungsanspruch bewirken.

Für mich ergeben sich folgende Fragen:

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